ECO:RACING macht den Unterschied!

28./29.06. - Bergrennen Iberg / Heiligenstadt

Das Rennwochenende in Thüringen versprach nach einem Blick auf die Klasseneinteilung mehr Vergleichsmöglichkeit als bei den vorhergehenden 2 Rennen, denn hier hatten genug Fahrer in der eigenen Leistungsgewichts-Klasse gemeldet und Valentin mußte nicht wie bei den beiden Bergrennen vorher gegen viel leistungsstärkere Fahrzeuge antreten. Das Wochenende hatte auch noch eine andere Novität, denn erstmals war sein Vater und Teamchef verhindert und seine Mutter und Charly nebst Frau Maritta übernahmen die Unterstützung des Youngster. Deshalb wurde der Renntransporter auch schon unter der Woche im geplanten Fahrerlager abgestellt und von Herrn Ludolph, dem Orgaleiter, am Freitag in Position gebracht. Die Anreise sollte daher etwas zügiger als sonst möglich sein, erwies sich wegen der Totalsperrung der Autobahn (wegen eines umgestürzten Gefahrgut-LKWs) mit 33km Stau aber als Geduldsprobe. So wurde das Fahrerlager trotz frühzeitiger Abfahrt in Bensheim um 14 Uhr erst um 20.30 Uhr erreicht. Die gesamte An- und Abreise wurde von Valentin selber gefahren, denn er hat ja den Führerschein für begleitetes Fahren ab 17 und seine Mutter saß daneben. Valentin nahm nach Ankunft sofort die Strecke unter die Füße und bei Dämmerung wurde auch noch die Papierabnahme erledigt, das Rennfahrzeug ausgeladen und das Equipment ausgepackt. Für die techn. Abnahme war es aber schon zu spät, so daß diese erst am nächsten Morgen durchgeführt werden konnte. Diese war dann auch nur Routinesache und pünktlich um 8.30Uhr stand Valentin bei trockenem und bewölktem Wetter am Start zum ersten Trainingslauf.

(c) Thomas Bubel

Nach 1.18,706 Min lag dann dieser auch schnell hinter ihm und mit großer Spannung wurde die Trainingszeit des klassengleichen Alfa 75 in Erfahrung gebracht. Dieser war fast 8 Sekunden langsamer. Im 2. Trainingslauf versuchte dessen Fahrer diese enorme Lücke dann zu schließen, verlor die Kontrolle über das Fahrzeug und touchierte die Leitplanke. Dies führte zu roter Flagge während Valentins zweitem Trainingslauf, so daß er zurück an den Start mußte und nachdem der Abschleppwagen mit dem Unfallfahrzeug am Start und im Fahrerlager angekommen war konnte er seinen zweiten Trainingslauf im zweiten Anlauf ohne Problem mit einer 1.18,461 Min.-Zeit hochfahren. Später folgten dann noch eine 1.17,434 Min. und eine 1.16,382 Min. Auch der havarierte Alfa 75 kam nach Reparatur nochmals ins Training zurück, kam aber über eine 1.23,787 Min. nicht hinaus. So wurde der Tag als Trainingsschnellster in der Klasse abgeschlossen. Der nächste Tag war zum Glück wieder trocken, so daß der erste Wertungslauf ohne ein weiteres Training pünktlich um 9Uhr starten konnte.

(c) Thomas Bubel

Nach 2 Wertungsläufen mit einer 1.17,371 Min. und 1.16,841 Min. lag Valentin mit komfortablen 14 Sekunden Vorsprung vor dem Alfa 75 und dem anderen Fahrzeug in der Klasse. Am Start des dritten Laufes wollte Valentin im Vorstartbereich nochmals die Hinterreifen zur Steinchenentfernung durchdrehen lassen, merkte aber dabei anschließend, daß der Motor irgendwie keine Leistung mehr hatte. Da der Start aber schon gekommen war blieb keine Zeit für eine Ursachenforschung und er merkte schon beim Losfahren, daß der Wagen einen massiven Leistungsverlust hatte und nur noch bis 3000U/Min. drehen wollte. Trotzdem schleppte er sich so gut er konnte bis ins Ziel, hatte aber mit einer 1.42,107 Min. allen Vorsprung aufgebraucht und lag jetzt mit über 4 Sekunden Abstand auf dem 2. Platz hinter dem Alfa 75. Im Ziel empfahl ihm ein Rennfahrerkollege, den Motor abzuschalten und wieder anzumachen und dann bei der Rückführung zu schauen, ob der Leistungsverlust noch vorhanden ist. Dieser hatte sich dann tatsächlich in Luft aufgelöst und es liegt nahe, daß der Motor beim „Reifensaubermachen“ zu hoch gedreht hatte und ins Notprogramm umgeschaltet hatte. Im letzten Wertungslauf lief dann das Auto wie gewohnt und mit einer 1.16,596 Min., seiner zweitbesten Zeit des gesamten Wochenendes, konnte er sich dann den ersten Platz wieder zurückholen und den ersten Klassensieg seines Lebens am Berg verzeichnen.

(c) Thomas Bubel

So strahlte er bei der Siegerehrung entsprechend über das ganze Gesicht und genoß den Beifall der gesamten Renngemeinde und die lobenden Worte des Sprechers und des eigenen Teams. So ging ein denkwürdiges Wochenende zuende, an dem Valentin mit 17 Jahren und 93 Tagen als "jüngster Klassensieger aller Zeiten Deutsche Bergmeisterschaft" und das Team "erster Klassensieger aller Zeiten mit alternativem Kraftstoff in einer Prädikatsveranstaltung (Deutsche Meisterschaft)" wurde.