ECO:RACING macht den Unterschied!

06./07.09.08 - Bergrennen Turckheim (F)

Das Bergrennen in Turckheim im Elsaß ist für das Team wie ein Heimrennen, denn es ist nur 56km von der heimischen Garage entfernt. Nachdem die Bergfahrerkarriere von Valentin im französischen Abreschviller begann und das Team dort seinerzeit sehr freundlich und warmherzig empfangen worden war, war klar, daß auch in Turckheim gestartet würde. Gleichzeitig bietet sich das Rennen dafür an, ohne Einfluß auf die Meisterschaft einmal etwas auszuprobieren. So durfte Valentin erstmals ein viel leistungsstärkeres Rennfahrzeug (BMW 330d, aufgebaut nach Gruppe AT, 300 PS und 700 Nm Drehmoment) pilotieren. Dieses stellte "Schorle", Inhaber von SZR Motorsport aus Simmersfeld im Schwarzwald nebst Serviceteam, großzügigerweise zur Verfügung.

 

 

Obwohl das heimatliche Bett so nahe, bezog das Team zusammen mit „Schorle“ in Zimmerbach, 2km vom Vorstartbereich entfernt, bei Familie Trost die Gästezimmer nebst Garage, denn Valentin sollte entspannt und ausgeschlafen sein sowie das Fahrzeug optimal betreut und untergebracht werden können. Nach bewährtem Muster wurde schon am Freitag Spätnachmittag angereist. Bei der Papierabnahme gab es dann leichte Konfusion wegen des Alters von Valentin, die aber nach kurzer Zeit ausgeräumt werden konnte. Nach einem anschließenden Drink am Ortseingang des wunderschönen Turckheim traf dann „Schorle“ mit dem Rennfahrzeug auf dem Anhänger ein. Sodann wurde das Fahrzeug direkt vor dem Rennbüro abgeladen, die Startnummern und die obligatorischen Sponsorenaufkleber angebracht und zur technischen Abnahme vorgefahren. Da der technische Kommissar nur französisch sprach mußten die bruchstückhaften französischen Sprachkenntnisse des Teamchefs bemüht werden um sich zu verständigen. Der BMW 330d ist bei der FIA in der Gruppe A homologiert, hat einen DMSB Fahrzeugpass nach Gruppe AT und wurde deshalb für Gruppe A gemeldet. Der technische Kommissar forderte dann die Homologationsunterlagen für dieses Fahrzeug ein, die wir nicht vorlegen konnten und so begann ein munteres Telefonieren mit den DMSB-Kommissaren Kling und Hoffmann. Letzterer wurde dann auch noch von seiner perfekt französisch sprechenden Frau unterstützt. Es half aber alles nichts und die Abnahme wurde um 20.15Uhr abgebrochen und auf den nächsten Tag vertagt. In Zimmerbach wurde dann das Rennfahrzeug in der Garage abgestellt und in einem gemütlichen und exzellenten Lokal vor Ort zu abend gegessen. Nach einer ruhigen Nacht wurde am Samstag Morgen ein weiterer Anlauf genommen, um die technische Abnahme zu bekommen. Wegen der fehlenden und in der Kürze der Zeit auch nicht beizuschaffenden Unterlagen wurde das Rennfahrzeug dann in Klasse H6 (H über 2000ccm) eingestuft und abgenommen. Damit konnte das Rennwochenende dann auch sportlich gesehen beginnen. Da die Strecke feucht war und es immer wieder zu Regenschauern kam entschied man sich gemeinschaftlich, den ersten ungezeiteten Trainingslauf mit Strassenreifen zu fahren.

 

Dank einer Funkausstattung im Auto und bei den Teammitgliedern konnte Valentin nach Ankunft im Ziel die sichere Ankunft und wichtige Daten über die Reifenluftdrücke und –temperaturen sofort mitteilen. Vor dem zweiten gezeiteten Trainingslauf gingen „Schorle“ und Teamchef an die Strecke, um sich ein Bild von den Streckenverhältnissen zu machen, denn es hatte mittlerweile stärker angefangen zu regnen. So wurde dann kurzfristig auf Regenreifen entschieden und diese von Jens, dem Rennmechaniker des SZR Motorsport-Teams im Basislager ummontiert. Mit diesem rein technisch gesehen langsameren Setup verbesserte sich Valentin dann von einer 3,57.472 Min. auf eine 3,51.171 Min..

Aber nicht nur Valentin Hummel fuhr an diesem Wochenende in Turckheim, sondern auch sein in der Deutsche Bergmeisterschaft eingesetztes BMW 120d Coupé. Dieses pilotierte Prof. Dr.-Ing. Heinz-Werner Kuhnt von der Hochschule Offenburg um den Youngster bei der Verbesserung der Abstimmung tatkräftig unterstützen zu können. So wurden an diesem Fahrzeug mit der geballten Kompetenz von "Schorle", Jens und Professor gearbeitet.

 

 

Nachdem der Trainingstag ohne Probleme beendet werden konnte ging die ganze Mannschaft zum gemütlichen Teil über und ging wieder in das Restaurant vom Vorabend zum Essen und anschließend früh ins Bett. Der Renntag empfing das Team schon in den Morgenstunden mit Sonnenschein, jedoch war die Strecke noch feucht und die Luft mit max. 12°C sehr kalt. Nach kurzer Beratung ließ Valentin trotzdem die YOKOHAMA-Slicks aufziehen, die er vorher noch nie auf diesem Auto gefahren war. Die 17 Fahrzeuge in der gesamten Gruppe H, die am Vortag noch zum Training angetreten waren, hatten sich mittlerweile auf 16 Fahrzeuge reduziert.

 

 

Den ersten Wertungslauf absolvierte Valentin dann in 3,37.378Min, welches im Vergleich zur besten Zeit aus dem Training eine Steigerung um fast 14 Sekunden entsprach. Beim zweiten Wertungslauf waren die Bedingungen dann optimal, da die Strasse trocken und die Temperaturen sommerlich warm waren. Mit einem guten und sicheren Gefühl startete Valentin in diesen Wertungslauf und erreichte mit 3,23.889 Min.eine Verbesserung von weiteren fast 14 Sekunden, was für den Streckensprecher einer Sensation gleich kam und umgehend dem Publikum mitgeteilt wurde. Aber auch Prof. Kuhnt konnte sich nachhaltig verbessern und knackte die 4-Minuten-Grenze.

 

Vor dem dritten und letzten Lauf bekam das Team dann noch Besuch von Benjamin Fischer, dem für die mentale Fitness von Valentin zuständigen Sportpsychologen des Olympiastützpunkt Freiburg. Diesen interessierte insbesondere das Vorbereitungsritual und die anschliessende Konzentration seines Athleten.

 

 

Aber nicht nur Herr Fischer interessierte sich für den Youngster, sondern auch Herr Hoven mit Sohn vom Sponsor Fa. Georg Noll Werkzeugmaschinen aus Freiburg begleiteten ihn im Vorstartbereich auf dem Weg zum Start und schauten sich dann seine Fahrt an.

Im dritten und damit letzten Lauf konnte er dann bei sich durch geschlossene Wolkendecke, sinkenden Temperaturen und Feuchtigkeit verschlechternden Bedingungen, nicht mehr verbessern und fuhr mit 3,24.689 Min. aber trotzdem nochmals eine Spitzenzeit. In der Klasse H6 wurde er somit Klassensieger, in der Gruppe H erreichte er P6 von 16 gewerteten Fahrern und im Gesamtklassement der Tourenwagen reichte es für Platz 31 von 111 gewerteten Fahrern. Damit übertraf er die Erwartungen und Hoffnungen des Teams bei weitem und empfahl sich sportlich gesehen nachhaltig für höhere Aufgaben. Sehr positiv fiel dem Teamchef in Frankreich noch auf, daß es dort ein Klassement für die jünger als 25-Jährigen gibt, in welches bei dieser Veranstaltung 29 Nachwuchsrennfahrer fielen. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist auch die Tatsache, daß der in der Gesamtwertung Zweitplatzierte zu dieser Gruppe der unter 25-Jährigen gehört.

03./04.05. - Bergrennen Eschdorf (LUX)

Das Bergrennen in Eschdorf ist der erste Lauf zur Deutsche Bergmeisterschaft. Schon am Freitag reisten wir an, damit Valentin genügend Zeit hat, die unbekannte Strecke kennenzulernen und zu verinnerlichen. Da Valentin noch keinen regulären Führerschein hat, sondern nur den "Führerschein für begleitetes Fahren", welcher nur in Deutschland gültig ist, gab es Freitag abend bei der Papierabnahme große Konfusion. Leider wollten die luxemburger Veranstalter nicht gegen die eigenen Gesetze verstoßen, so daß Valentin am Samstag morgen noch im Vorstart die Starterlaubnis entzogen wurde.  Auch der Einsatz von Herrn Hofmann vom DMSB während der Rennleitersitzung konnte dies nicht mehr abwenden, zeigte uns aber auch, daß ein Lauf zur Deutsche Bergmeisterschaft im Ausland mit der neuen Internationalen C-Lizenz nicht uneingeschränkt durchgeführt werden kann. Daß das erste Rennen der Meisterschaft dann unverschuldet gleich zum Streichergebnis wird ist für einen Racer, wie es Valentin ist, eine kaum zu akzeptierende Tatsache.

Geknickt packten wir unsere Sachen und fuhren wieder nach Hause. Somit mußte die Premiere von Valentin als "jüngster Fahrer aller Zeiten in der Deutsche Bergmeisterschaft" verschoben werden.

26./27.04.08 - Bergrennen Abreschwiller (F)

Das Bergrennen in Abreschwiller war das erste für das Team und den Fahrer Valentin Hummel. Es wurde als Test für die Rennen in der Deutsche Bergmeisterschaft vorgesehen und deshalb genannt. Da das Fahrzeug erst wenige Tage vorher fertig geworden und Valentin noch nie damit gefahren war, wurde am Vorabend des Trainingstages mit dem Fahrer und Prof. Kuhnt auf der Kreisbahn der Hochschule Offenburg das Handling getestet und die Slicks angefahren. Valentin war am Schluß sehr zufrieden, vom Handling sehr angetan und freute sich auf seinen ersten Einsatz. Wegen der Knappheit der Zeit war das Auto noch nicht in „Kriegsbemalung“, d.h. ohne Sponsorenaufkleber und noch mit Kennzeichen versehen.

Die Anreise erfolgte früh am Morgen des Samstag, da das erste Training erst auf 13 Uhr angesetzt und um 10Uhr technische Abnahme anberaumt war. Wohlbehalten dort angekommen wurde auf einer Wiese ein geeignetes Plätzchen ausgewählt aber eh das Gespann dann richtig stand war der Transporter in der nassen und tiefen Wiese stecken geblieben. Da der Anhänger aber schon in der richtigen Position stand konnte der BMW ohne Probleme ausgeladen werden. Zum Glück hatten die französischen Nachbarn einen Range Rover, so daß wir dessen Hilfe gerne annahmen und diese den Transporter wieder herauszogen. In Frankreich gibt es keine Gruppe G-Ausschreibung und so wurde in der Gruppe H genannt, wobei, bedingt durch den Turbolader, die Klasse für Fahrzeuge mit Hubraum über 2000ccm gewählt werden mußte. Bei der technischen Abnahme waren die technischen Kommissare sehr beeindruckt von dem schönen Fahrzeug zweifelten jedoch an dessen Konkurrenzfähigkeit ob der viel höheren Motorleistung und des geringeren Gewichts der Konkurrenten vom Schlage eines BMW M3 oder Peugeot 306 Maxi. Nach der Abnahme machte sich Valentin sofort zu Fuß auf den Weg zur Strecke und lief diese komplett ab, um sich mit dieser vertraut zu machen und die Ideallinie hineinzulegen. Nach seiner Rückkehr wurde dann das Nachtlager im VW T5-Transporter in Form von 2 Feldbetten aufgeschlagen. Pünktlich um 13Uhr begann das erste Training. Dieses konnte auf Slicks gefahren werden da es trocken und warm war. Das Fahrerlager war einige Kilometer von der Strecke entfernt und die Strasse voll mit Steinchen, so daß vor jedem Start vor dem Vorstartbereich alle vier Reifen vom Teamchef persönlich von den Steinchen befreit werden mußten. Der Streckensprecher ging bei jedem Start unseres BMW auf die tolle Optik und das Fahren mit Biodiesel ein, welches unser Konzept bestätigte.

Nachdem Valentin zu seinem ersten Trainingslauf gestartet war ging kurze Zeit später die Streckenwarnlampe an und das Schlimmste mußte befürchtet werden. Als dann aber die Zeit vom Streckensprecher durchgegeben wurde war klar, daß der Unglücksrabe ein anderer Fahrer war. Beim zweiten Lauf geschah es wieder und die Nerven des Teamchef flatterten entsprechend. Aber wieder Fehlalarm. So wurde beschlossen, ein Handy ins Handschuhfach zu legen, damit der Fahrer die am Start Zurückgebliebenen nach jedem Lauf über die unversehrte Zielankunft informieren zu können. Valentin klagte nach seiner Rückkehr ins Fahrerlager über starkes Untersteuern (über die Vorderräder rutschten). Da auch andere BMW-Fahrer mit den identischen Reifen antraten wurden diese dann alle nach dem gefahrenen Luftdruck befragt und der unsrige entsprechend abgesenkt. Diese Maßnahme erbrachte sofort den gewünschten Erfolg und das Vertrauen von Valentin in das Fahrzeug wuchs vom ersten Trainingslauf zum nächsten. Am Ende des Tages war Valentin mit seiner besten Trainingszeit auf Platz 2 in der Klasse und Platz 6 in der Gruppe gelandet. Die gefahrenen Zeiten waren 1.21,358 Min. (L1) und 1.17,124 Min. (L2) und von 137 zum ersten Trainingslauf gestarteten Fahrern aller Klassen kam ein 113-ter Gesamtplatz heraus. Ein überraschend gutes Ergebnis. Zum Abendessen mischten wir uns dann unter die anderen Rennteams, die der Einladung des Veranstalters in eine Schule zu Pizza und Flammkuchen gefolgt waren. Dort wurden wir sehr freundlich von den Franzosen integriert und lernten unter anderem mit Cécile Cante eine der attraktiven französischen Rennfahrerinnen kennen, die einen Formel 3 fährt. Um ca. 23 Uhr waren wir wieder an unserem Nachtlager und gingen total erschöpft zu Bett. Die Nacht war sehr kalt und am Morgen standen wir früh auf, um am nahegelegenen Campingplatz unsere Morgentoilette vor dem Hauptansturm erledigen zu können. Nachdem das Fahrzeug nochmals hinsichtlich Reifendruck durchgecheckt war wurde dann um 9Uhr pünktlich in den Vorstartbereich gefahren, dort dann nochmals die Slicks von Steinchen befreit, dem Fahrer die Kopfhaube im Nacken glattgezogen und der Helm aufgezogen und schon war der Start gekommen. Dieses Mal waren keine Bruchpiloten vor- oder nachher gestartet, so daß der erhöhte Nervenkitzel mit der Warnlampe der Streckensicherung ausblieb.

Nachdem die Sonne den Asphalt immer weiter aufgewärmt hatte wurden die gefahrenen Zeiten immer besser. So konnten in den Wertungsläufen die Zeiten 1.18,625 Min. (WL1), 1.16,785 Min. (WL2) und 1.16,505 Min. (WL3) verzeichnet werden. Dies entsprach einer Verbesserung vom ersten Trainingslauf bis zum letzten Wertungslauf von fast 5 Sekunden. Am Ende stand dann mit Platz 2 in der Klasse, Platz 6 in der Gruppe H und Platz 107 im Gesamtklassement von 125 gewerteten Fahrern ein unerwartet gutes Ergebnis fest und die Testfahrt und Rennpremiere von Valentin und dem Auto konnte als voller Erfolg verbucht werden.